„Mein Kampf“
Wien um 1910: Wo die Geschichte ihren tragischen Anfang nahm.
In der Blutgasse kreuzen sich die Wege zweier Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Der jüdische Buchverkäufer Schlomo Herzl und der junge, flegelhafte Provinzler Adolf Hitler, der mit mäßigen Aquarellen an der Kunstakademie scheitert. Aus einem tiefen Verständnis von Nächstenliebe heraus nimmt Herzl den unbeholfenen Hitler unter seine Fittiche, pflegt ihn und gibt ihm sogar den Titel für sein Buch: „Mein Kampf“.
Eine surreale Geisterstunde George Taboris Meisterwerk ist eine verzweifelte Clowneske im Geiste Becketts. Es bricht mit allen Normen, löst Werte auf und zeigt mit bösem Witz die unheilvolle Abhängigkeit zwischen Täter und Opfer. In dieser besonderen Inszenierung des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters Bautzen unter der Regie von Tim Heilmann findet das Grauen eine gespenstische Entsprechung:
Hitler agiert als Puppe, geführt von den Bewohnern eines Männerwohnheims.
Diese Wahl ist Programm: Ein Hitler existiert nicht ohne seine „Mitspieler“. Das Stück wird so zu einem kraftvollen Mahnmal für die Verantwortung jedes Einzelnen im Kampf gegen menschenfeindliche Kräfte.
- Besonderheit: Erste Erwachseneninszenierung von Tim Heilmann am Puppentheater.
- Service: 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn findet eine Stückeinführung statt.
Haus Görlitz Großer Saal
Demianiplatz 2
02826 Görlitz
-
1. Kategorie:€5
-
2. Kategorie:€13
-
3. Kategorie:€26
-
4. Kategorie:€29